, Dorn Brigitte
Leserbrief an Zürcher Unterländer zum Beitrag „So könnte das Tiefenlager für Atomabfälle dereinst heissen» Publiziert: 04.11.2025, 14:44, Zürcher Unterländer
Leserbrief zum Beitrag im Zürcher Unterländer, 04.11.2025:„So könnte das Tiefenlager für Atomabfälle dereinst heissen»
Erschienen in der Grossauflage des Zürcher Unterländer am 20.11.2025
Ein neuer Name schafft keine Sicherheit
Das geologische Tiefenlager braucht einen stimmigen Namen, der Identität stiftet. Dies die Botschaft des Namensforums Tiefenlager Schweiz. Aus den über 3000 eingegangenen Namensvorschlägen wurden fünf Namen ausgewählt, die mit Verständlichkeit, Prägnanz, Bedeutungstiefe und sprachlicher Tragfähigkeit aufwarten. Darüber kann nun die ganze Schweiz abstimmen.
Den Wettbewerbsgewinnern winken Reisen, wohl eine Flugreise, nach Finnland – nicht gerade klimafreundlich und unverständlich in Anbetracht der hohen Fluglärmbelastung der Gemeinde Stadel, dem Ort, wo das Endlager für radioaktive Abfälle gebaut werden soll.
Wir können nur den Kopf schütteln ab den fünf Namen in der engeren Auswahl. Wenn eine Deponie für giftige radioaktive Abfälle gebaut werden soll, soll man sie genauso auch nennen. Denn es bleibt, was es ist: eine Deponie und dies für eine enorm lange Zeit.
Für ein sympathisches Image nutzt man heute gerne professionelle Kommunikation und lenkt damit von wichtigen Aspekten ab. Damit nimmt man die Bevölkerung nicht ernst – die aktuell betroffene und die zukünftige.
Der Ort, wo diese Deponie gebaut werden soll, hat schon lange einen eingängigen, identitätstiftenden, verständlichen und von der Bedeutung her tiefsinnigen Namen: Haberstal: Gemäss Schweizer Idiotikon, heisst dies eine «Stelle, Platz» (=Stal) an der Haber (=Hafer) angebaut wurde. Einen neuen Namen braucht es daher nicht.
Wir plädieren für einen Namen, der keine Interpretationshilfe benötigt, den alle verstehen, auch in der Zukunft: Deponie für radioaktive Abfälle - eine Deponie die uns, unsere Umwelt und diejenige unserer vielen Nachfahren vor radioaktiver Verseuchung schützen muss und die eine Million Jahre halten soll. Angesichts des gefährlichsten Abfalls unserer Zeit muss Sicherheit im Zentrum stehen – alles andere ist nur Ablenkung von dieser höchsten Priorität: der Langzeitsicherheit. Denn immerhin geht es um nicht weniger als um die Zukunft unseres Lebensraumes und um denjenigen unserer Nachfahren.
Absender:
Brigitte Dorn und Thomas Feer
Vorstandsmitglieder Verein LoTi
Stadel bei Niederglatt